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Spielstellentreffen 2017 im Rahmen der Filmschau BW

Im kommenden Kinojahr möchten wir uns vermehrt dem Filmschaffen in Baden-Württemberg widmen. Unter dem Label „Starke Filme aus dem Ländle“ werden wir Preisträger und Publikumslieblinge der diesjährigen Filmschau Baden-Württemberg anbieten. Angefangen mit der Mundartkomödie „Laible und Frisch“, dem diesjährigen Eröffnugsfilm des Festivals. Da lag es nahe unser Spielstellentreffen in diesem Jahr mit einem Besuch der Filmschau abzuschließen.

Mit „Kinder des Lichts“ bekamen wir einen Film vom gänzlich anderen Ende des Spektrums des hiesigen Filmschaffens zu sehen. Entstanden aus Theaterworkshops mit syrischen Kindern in Flüchtlingslagern an der türkisch-syrischen Grenze und basierend auf deren Erfahrungen, erzählt der Film die Geschichte von fünf Kindern, die aus ihren zerstörten Dörfern fliehen um das „Land des Lichts“ zu erreichen. Im Anschluss an die Vorführung stand ein Mitglied des Film- und Projektteams für Fragen zur Verfügung und erzählte ausführlich von der Arbeit mit den Kindern, dem Entstehungsprozess und auch den Problemen und Unzulänglichkeiten der Arbeit.

Getreu unserem Anspruch Kino als ein im lokalen verankertes Kulturangebot, einen Ort der Kommunikation und der Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und kulturellen Themen zu begreifen, haben wir uns bei diesem Treffen besonderen Veranstaltungsformaten in unseren Partnergemeinden gewidmet. In formlosem Austausch wurde von verschiedenen Veranstaltungsreihen, Sonderveranstaltungen, Bewirtungskonzepten etc. aus den Gemeinden berichtet. Im Folgenden werden einige Veranstaltungen, die beim Spielstellentreffen zur Sprache kamen, kurz umrissen. Als Anregung, Inspiration und Beispiel, was mit der Kulturform Kino über das reine abspielen von Filmen hinaus möglich ist.

Aus Anlass der Städtepartnerschaft zwischen Auenwald und dem französischen Beaurepaire luden das Partnerschaftskomitee und die Gemeinde Auenwald  bereits zum dritten Mal zum französischen Sommernachts Open Air ein. Neben französischen Filmen, gab es französische Musik, Speisen und Weine. Ein Abend rund um die französische Film-, Musik- und Genusskultur. Wie in jedem Jahr war auch eine Delegation aus Frankreich zu Gast.

Ebenfalls ganz den sinnlichen Freuden gewidmet, ist seit einigen Jahren das kulinarische Kino in Erligheim, bei dem der Film, ähnlich wie ein guter Wein, passend zur Speisefolge ausgewählt wird. Nach italienischer, asiatischer und amerikanischer Küche, bereiteten in diesem Jahr syrische Familien aus Erligheim gemeinsam mit dem Freundeskreis Asyl ein Menü aus arabischen Spezialitäten. Als Film wurde dazu die trocken-lakonische Arthausperle „Auf der anderen Seite der Hoffnung“ von Aki Kaurismäki über einen jungen Syrer in Finnland gereicht. Jahr für Jahr sind die kulinarischen Kinoabende in Erligheim lange im Voraus ausverkauft.

In Dörzbach veranstaltete der Freundeskreis Asyl bereits im zweiten Jahr mit großem Erfolg gemeinsam mit Geflüchteten und Asyl Suchenden ein Open Air Kino mit Bewirtung im Rahmen der Schubertiade auf Schloss Eyb. Besonders hervorzuheben ist die so selbstverständliche und unkomplizierte Durchmischung von Einheimischen und Zugezogenen sowohl in der Organisation, als auch unter den Besuchern. Ein wunderbares Beispiel für Kino als Ort der Begegnung, des gemeinsamen Erlebens und der kulturellen Teilhabe.

Mit „Trash Detective“ gelang dem 34 jährigen Schwaben Maximilian Buck ein Überraschungserfolg. Als studentische Produktion fand er mit Camino einen Verleih, der seinen düsteren, schwäbischen Mundartkrimi deutschlandweit in die Kinos brachte. Teile des Films wurden in Ilsfeld gedreht und so lag es nahe den jungen Regisseur mit seinem Film einzuladen. So gab es vor ausverkauftem Haus eine Ilsfeldpremiere in Anwesenheit des Regisseurs.

Ebenfalls in Ilsfeld entstand 2016 die Idee, die für die Übertragung der Fußball Europameisterschaft aufgestellte LED-Bildwand nachmittags für Open Air Kino zu nutzen. Da es für die Präsentation von Filmen bei den für die sogenannten „Public Viewing“ Events genutzten LED-Bildwänden nicht dunkel seien muss, konnte auch Open Air Kino für Kinder angeboten werden. Vielleicht auch eine Idee für andere Gemeinden. Die WM steht ja vor der Tür.

In Kressbronn werden vom Kulturbüro Filmvorführungen mit dem Kinomobil seit Jahren in vielfältige Veranstaltungsreihen integriert. So gibt es im Rahmen der Kressbronner Kriminächte und des schwäbischen Kultursommers mit Lesungen, Theateraufführungen und Ausstellungen auch immer thematisch passende Kinoabende.

In loser Folg gibt es in Kressbronn auch immer wieder Sonderveranstaltungen mit lokalen Institutionen und Vereinen. Gemeinsam mit dem lokalen Tangoverein wurde beispielsweise der bezaubernde Dokumentarfilm „Sommernachtstango“ über die Tangokultur in Finnland gezeigt und anschließend zum Sommernachts-Tanzen am Bodensee gebeten. Dazu gab es Argentinische Speisen und finnisches Bier.

Gemeinsam mit der katholischen Erwachsenenbildung und einer lokalen Chocolatier wurde ein Schokoladenevent auf die Beine gestellt. Dabei gab es Informationen rund um die Kakaoproduktion, um fairen Handel und Herstellungsmethoden und natürlich Schokolade in allen erdenklichen Formen - als Pralinen, als Getränk, als Kuchen, als Tafeln. Im Anschluss wurde der Film „Chocolat“ mit Juliette Binoche und Jonny Depp gezeigt.

Die Auflistung ließe sich natürlich beliebig erweitern. Auf unserer Homepage finden sie bei Interesse weitere Veranstaltungsberichte. Allen Gemeinden, Partnern und Unterstützern ein herzliches Dankeschön für das Engagement vor Ort. Wir freuen uns bereits auf neue Ideen und Anregungen und auf ein buntes und bewegendes Kinojahr 2018.