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Das schönste Mädchen der Welt

Das 1897 von Edmond Rostand geschriebene romantische Versdrama „Cyrano de Bergerac“ handelt von einem Dichter mit gigantischer Nase, der seiner Angebeteten die schönsten Verse schreibt, dann aber einen attraktiven Dummkopf als sein Alter Ego vorschickt, weil er sich selbst mit seinem Riesenknollen keine Chancen ausrechnet. Und obwohl sich die Autoren von „Das schönste Mädchen der Welt“ recht eng an die Vorlage halten, wirkt ihr Film keineswegs krampfhaft konstruiert, stattdessen passt die Konstellation des mehr als 120 Jahre alten Dramas erstaunlich gut in das Setting einer Oberstufenklassenfahrt nach Berlin. Nur ist der großnasige Cyril diesmal eben kein Dichter, sondern ein Rapper, und Roxy ist auch keine passive Maid, die nur zum Anbeten und Retten da ist, sondern eine ziemlich selbstbewusste Teenagerin, die sich im Fall der Fälle schon sehr gut selbst zu behaupten weiß. Als witzige Melange aus „Cyrano de Bergerac“ und Fack ju Göhte“ jongliert der Regisseur Aron Lehmann geschickt mit angesagten Jugendtrends und bildungsbürgerlichen Idealen. Klug, aber nicht anbiedernd; hip, aber nicht peinlich; romantisch, aber nicht schnulzig – „Das schönste Mädchen der Welt“ ist eine Liebeskomödie mit grandiosen Dialogen (bzw. Raps) und zwei herausragenden Newcomern in den Hauptrollen.

Herkunftsland/Ort: 
Deutschland
Erscheinungsjahr: 
2018
Laufzeit: 
102min
FSK: 
Altersempfehlung: 
Regie: 
Aron Lehmann