
„Wir fahren durch Amerika und feiern“ beschreibt der extrovertierte Jake seine Arbeit, als er die 18-jährige Star trifft und irgendwie stimmt das auch. AMERICAN HONEY ist ein 163-minütiger Trip durch die USA, ein unkonventionelles Roadmovie, das eine jugendliche Drückerkolonne begleitet. Star ist die Hauptdarstellerin in Andrea Arnolds beinahe dokumentarischem Drama. Sie kümmert sich um ihre jüngeren Geschwister, weil ihre Eltern nicht dazu in der Lage sind. Als sie auf die wilde Horde der Magazinverkäufer trifft, entschließt sie sich, mit ihnen durch die USA zu reisen, um ahnungslosen Menschen Zeitschriften zu verkaufen. Immerhin ist das endlich eine Chance, aus dem versifften Wohnwagen ihres Vaters zu entkommen, der ihr Alltag und Zuhause war. Regisseurin Andrea Arnold hat ein Stimmungsbild eingefangen, wie man es nur selten zu sehen bekommt. In der Diskussion zeigte sich die Jury beeindruckt von der unmittelbaren Nähe zu den jugendlichen Outcasts der Gesellschaft. Über die volle Länge scheint Arnolds Film nur vage einer Handlung zu folgen, aber die Regisseurin – und da ist sich die Jury sicher – weiß genau, wohin sie steuert. AMERICAN HONEY ist so roh und so rau, wie die zusammengewürfelte Gruppe der Verkäufer und auch so romantisch.(FBW)